25.03.10 - Todesurteil für Haie
München / Murrhardt, 25. März 2010 (us) - Gerade ist die 15. UN-Artenschutzkonferenz (CITES) in Doha, Katar zu Ende gegangen, stehen bereits die ersten Verlierer der Konferenz fest: Bogenstirn-Hammerhai, Dornhai und Weißspitzen-Hochseehai werden nicht in Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens gelistet. Der Handel mit ihnen bleibt auch in Zukunft unkontrolliert und ohne jegliche Fangquote. Folkart Schweizer, Vereinsgründer und -Vorsitzender von Rette den Hai e. V. bedauert das Ergebnis:
„Trotz des Engagements mehrerer Staaten und Institutionen, besonders bedrohte Hai-Arten unter CITES-Schutz zu stellen, erreichte leider nur der Heringshai bei der Abstimmung die für eine Listung notwendige Zweidrittel-Mehrheit. Besonders asiatische Teilnehmerstaaten blockierten mit ihrem Veto, weitere Arten auf Anhang II zu listen, was den Handel mit ihnen beschränkt hätte. Zu den Verlieren zählen mehrere Hammerhai-Arten wie der bekannte Bogenstirn-Hammerhai sowie der Weißspitzen-Hochseehai. Alle diese Arten haben vergleichsweise große Flossen. Das macht sie begehrt für Haifischflossensuppe, die sich in Asien immer mehr Menschen leisten können", so Schweizer weiter.
Heimischem Dornhai wird sein Bauchfleisch zum Verhängnis:
Haie wachsen langsam, werden spät geschlechtsreif und produzieren wenig Nachwuchs. In Verbindung mit einem steigenden Bedarf an Haifleisch ist es nur eine Frage der Zeit, bis ganze Populationen zusammenbrechen, wie bereits beim Atlantischen Dornai (Squalus acanthias) geschehen. „Seit 1980 sind die Bestände des Dornhais im Nordostatlantik um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Eine Aufnahme dieser Art hätte zumindest die Populationen im Westatlantik stützen können", betont Schweizer. Das Bauchfleisch des Dornhais kommt in Deutschland unter dem Handelsnamen „Schillerlocke" auf den Tisch.
„Generell ist das Ergebnis der Konferenz ernüchternd. Viele Chancen, etwas Wirkungsvolles für die Haie zu tun, wird es nicht mehr geben. In zehn Jahren werden einige Arten nur noch auf einer Liste stehen - die der ausgestorbenen Tiere. Dabei geht es nicht bloß um das Verschwinden irgendwelcher Arten, sondern um das Aussterben einer ganzen Spezies, die äußerst wichtig für das ökologische Gleichgewicht der Ozeane ist", resümiert Schweizer.
Weitere Infos: www.rette-den-hai.de

